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Außerfern, Oberinntal 1. Fastensonntag
(Invocavit)
Der 1. Fastensonntag trägt im Tiroler Volksbrauchtum viele Namen: "Holepfannsonntag" in Gegenden Südtirols;"Kassunntig" im Oberinntal, Pitztal und in Südtirol; "Funkensonntag" und verschiedentlich "Scheibenschlagensonntag" im Oberinntal und Außerfern. Die vielen verschiedenen Namen weisen auf die Wichtigkeit dieser Feiern hin, die einst Höhepunkt und kultisches Abschlußfest der Fasnacht waren. Die Funkenfeuer galten als unheilabweisend und reinigend. Im alten Kult sind sie, wie auch die Sonnwendfeuer, ein Sinnbild für die Sonne, der sehnlich erwarteten Kraft dieser Licht- und Wärmequelle. Die entzündeten Feuer sollen vor Schaden bewahren (Gewitter, Hagel u.ä.) und haben reinigende Kraft (durchs Springen über das Feuer). Den glühenden Scheiben, die beim Scheibenschlagen in weitem Bogen den Berg oder Abhang hinabgeschleudert werden, wird besonders sonnenähnliches Aussehen verliehen, wenn am Rand große Zacken ausgesägt werden. Die Holzscheiben werden im Feuer angeglüht, dann mit einem langen Holzstecken durch das Loch in der Mitte herausgezogen, kräftig geschwungen und auf einem Brett abgeschlagen, damit sie gleich leuchtenden Sternschnuppen durch die Dunkelheit fliegen.
In Ehrwald im Außerfern ist seit einigen Jahren diese alte Tradition des Scheibenschlagens wieder aufgelebt, 1994 zum 12. Mal, und wird von der Ehrwalder Schützenkompanie durchgeführt. Das Ereignis wird am "Scheibensunnti", wie's hier heißt, bereits am Nachmittag eingeleitet, wenn am Fuß des Scheibeneggs wärmende Getränke ausgeschenkt und die"Ehrwalder Käskiachla" zubereitet werden. Nach Eintritt der Dunkelheit, gibt ein Kanonenschuß um 19 Uhr den Beginn des Scheibenschlagens bekannt. Vom Scheibenegg werden dann die feurigen Scheiben aus Ahornholz, einen weiten Bogen am dunklen Nachthimmel beschreibend, abgeschlagen. Insgesamt 600 mal, für jede Familie, wiederholt sich das Ritual, begleitet von dem Spruch:
Dia Scheiba, dia Scheiba, dia will i iatz treiba, Schmalz i dr Pfanna, Kiachla i dr Wanna, Pfluag i dr Eard, daß dia Scheiba weit außa geaht
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